Sexusneutrale Sprache

Ich bin keiner von denen, die darauf Wert legen, dass eine Sprache so bleibt, wie man sie gewohnt ist. Wahrscheinlich auch einer der wenigen bekennenden Befürworter der Rechtschreibreform — in manchen Teilen. Dennoch bezeichne ich mich als Sprachfetischist und möchte mich in erster Linie einmal bei der MA57 bedanken, dass es endlich einmal eine grammatikalisch ausgearbeitete Seite gibt [ 1 ], die sich mit dem — ich möchte schon sagen — leidigen Thema der geschlechtsneutralen Sprache auseinandersetzt. Die angesprochene Seite hat auch diesen Text inspiriert.

Ich möchte dazu meine kleine, subjektive Tube Senf abgeben:

Die obigen Punkte klingen jetzt so, als wäre ich ein Verfechter der alten, männlichen Schule. Beileibe nein. Es sind Beobachtungen und eine gefühlte Einstellung.

Leider ist unser Bewusstsein für geschlechtsneutrale Formulierungen noch zu wenig ausgeprägt. Und dort, wo es da ist, klingt es zu oft fürchterlich. Und ich spreche hier nicht nur für Männer. Ich habe das Thema auch schon zur Genüge mit Frauen ausgewälzt. Viele Formulierungen klingen für unsere Ohren einfach zu seltsam. Einen konsequenten und sinnvollen Einsatz im täglichen Leben für geschlechtsneutrale Formulierungen haben wir nicht von klein auf miterlebt. Um so bewusster verwende ich sie für mich. Quasi als Sensibilisierung. Bleibt zu hoffen, dass die Bewusstseinsbildung bereits in den Schulen beginnt. Hier sitzen ja doch (noch) meistens Lehrerinnen in der Position, die diese Möglichkeit bietet.

Zur Webseite aus [ 1 ]: Ich begrüße die kritische und vor allem sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema und hoffe, dass das Binnen-I zu Gunsten anderer Alternativen irgendwann wieder von der Bildfläche verschwindet. Oder am besten gleich das ganze Problem. Das wäre noch schöner. Aber dann nicht nur im Bezug auf das Geschlecht, sondern auch auf Religion, Hautfarbe, und so weiter. Aber ich beginne wohl zu träumen…

Ich konnte es mir übrigens nicht verkneifen, einen Versuch auf eine sexus- und genusneutrale Version unserer Bundeshymne zu verfassen [ 2 ]. So ganz gelungen ist das nicht, aber es ist ein Anfang.

ÖNORM A 1080 spricht mir nebenbei gesagt angeblich aus der Seele. Ich kann das zwar momentan noch nicht belegen, aber ich habe mit einem Mitverfasser dieser Norm gesprochen, der mir bestätigt hat, dass das kapitale Binnenmajuskel nicht erwünscht ist. Sollte die Quelle frei verfügbar sein, liefere ich selbstverständlich einen Link nach.

Stefan

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Inhalt: Stefan Huber
Letztes Seitenupdate: 2008-11-01 — Erstellt am: 2007-09-29 — geändert am: 2008-03-19
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